Bald gehts los!

May 24th, 2010

In ca. 8 - 9h gehts los Richtung Estland. Ziel morgen ist es Tschechien zu durchqueren um das Städchen Jelenia Gora kurz hinter der polnischen Grenze zu erreichen. Die ersten drei Tage werde ich voraussichtlich in Polen verbringen. Am vierten Tag dann über Litauen nach Lettland und am Tag fünf werde ich hoffentlich in Estland ankommen.:D Hier möchte ich drei Tage bleiben und danach wieder nach Lettland zurück fahren wo mich die Fähre in rasenden 26h zurück nach Deutschland - Travemünde bringt. So schaut zumindest ungefähr der Plan aus.&#59;) Werde mich dann gleich ins Bett legen damit ich morgen halbwegs ausgeschlafen meine Reise beginnen kann.

Ich versuche schon unterwegs meinen Blog zu aktualisieren, kann aber nichts versprechen da ich nicht weiß wie es mit dem Internet und Strom aussieht.

Hier noch meine ungefähre Route:

Zwischenziel Jelenia Góra in Polen erreicht

May 24th, 2010

Das ich um 9 Uhr wie geplant nicht losgekommen bin war ja klar, bis 10 Uhr hatte ich es dann aber geschafft und die Reise ging los. Die Sonne schien, es war warm, alles super. Da heute ja Pfingstmontag ist und aus diesem Grund auch Feiertag in Bayern, waren auch dementsprechend viele Motorradfahrer unterwegs.

Einem Motorradfahrer bin ich gute 100 km hinterher gefahren, der hat sich wahrscheinlich auch schon über den "Stalker" hinter sich gewundert. Naja, was fährt der auch Richtung Estland.:p Ich war ja nicht der Einzige der ihn verfolgt hat, teilweise hatte er bis zu 10 Motorräder im Schlepptau, kam mir schon vor wie auf großer Ausfahrt mit den Wüstlingen.

Um 13:00 Uhr nach knapp 220 km hatte ich dann auch schon die tschechische Grenze überquert. Hätte gedacht das sind einige Kilometer mehr, war aber gut so, so konnte ich gleich einmal günstig tanken.

In Tschechien hat mich das Navi teilweise über gut ausgebaute Bundesstraßen geführt, teilweise dann aber auch mitten durch die Pampa. Straßen kleiner als bei uns die Feldwege mit rießen Schlaglöchern und dann noch mitten durch den Wald, fand ich natürlich super.:> Unterwegs hab ich ein schwarzes Eichhörnchen gesehen, wusste gar nicht das es die in dieser Farbe gibt, und einen Fasan. Letzteren hätte ich fast auf ein Foto bekommen, im letzten Moment ist er dann aber doch weggeflogen.

Doch dann die letzten 60 Kilometer wurde langsam das Wetter schlechter. Die Wolken wurden dichter und man konnte schon vereinzelte Donner hören. Wollte eigentlich schnell weg doch durfte dann 10 Minuten warten weil die Polizei die Straße abgesperrt hatte. Ein Auto ist wohl einem anderen hinten drauf gefahren, minimaler Blechschaden nur ein Blinker lag auf dem Boden. Schön das vier Polizisten die Straße abgesperrt haben und den Blinker der am Boden lag bestimmt 50x fotografiert haben, haben die sonst nix zu tun?:)

Kaum weiter gekommen hat es dann auch angefangen zu regnen. Meine Sommerjacke die ja nicht wasserdicht ist hat er relativ lange gehalten doch dann kam das Wasser doch überall durch, so dass es schon zu spät war das Regencape überzuziehen.

Die Grenze zwischen Tschechien und Polen liegt im Riesengebirge, so dass es natürlich auf ca. 1000 m Höhe am meisten geschüttet hatte wo es am kältesten war. Es hat geblitzt und gedonnert, hat die Wettervorhersage also doch nicht gelogen. Musste dann einmal 30 Minuten Zwangspause einlegen an einer verlassenen Tankstelle. Habe einen alten Stuhl gefunden und es mir darauf bequem gemacht.

Nach einer Weile war der Regen nicht mehr so schlimm und ich konnte mich wieder auf den Weg machen, nass war ich ja jetzt sowieso. Bin dann auch bald über die polnische Grenze gefahren. War schon ein bisschen enttäuscht, hatte schon meinen Ausweis parat liegen doch es gab noch nicht einmal ein Grenzhäuschen, lediglich einem kleinen Schild konnte man vernehmen, dass man nun das Land gewechselt hattte.

Nach Jelenia Góra (Hirschberg) war es dann auch nicht mehr weit, mein Tagesziel für heute. Da ich allerdigs nass und mir kalt war wollte ich nicht umbedingt campen. Für einen Tag bau ich ja länger Zelt auf als das ich drin schlafe.:D

Habe mir daher erst eine Bank gesucht und ein paar Zlotty abgehoben. Danach mein Navi nach einer Unterkunft in der Nähe befragt. Erst hab ich nur lauter Mist gefunden, entweder war da nix oder nur Bruchbuden die auch nicht bewohnt ausgesehen haben. Hab dann den Eintrag Mercure Hotel gefunden den ich weiter verfolgt hatte. Sah echt gut aus, ich mich schon gefreut und rein, wollten die doch 400 Zlotty, sprich 105 ? nur für eine Nacht und das in einem drei Sterne Hotel. Danke, nein!

Unterwegs zum Mercure Hotel hatte ich noch einen anderes Schild gesehen, das Tango mit einem lustigen Logo. Hier bin ich hinein und wurde gleich nett empfangen. Vor der Tür eine alte Cadillac Stretchlimousine wie wir sie aus Winterhausen kennen, hat gleich guten Eindruck gemacht.:) Die Nacht 30? ist auch ok mit Frühstück, bin ja nicht zum Sparen da und war froh etwas gefunden zu haben.

Mein Motorrad fährt bis jetzt einwandfrei und ich kann es sogar aus meinem Zimmerfenster sehen. Bin optimistisch das es auch morgen noch da steht.&#59;)

Oben gleich meine Klamotten zum trocknen aufgehängt und schön warm geduscht. Das hier ausgelegte Duschzeug riecht zwar nach Kloreiniger, es war wirklich Duschzeug, und mein nasses Schaffell das ich über die Heizung gelegt habe müffelt auch ziemlich nach Schaf, so dass ich gerade wie eine Kombination aus beiden rieche, sitze nun aber schön auf meinem Bett und hab sogar noch kostenloses WLAN, was will man mehr.

Werde mich jetzt dem gemütlichen Teil des Abends widmen, morgen soll es wieder halbwegs früh losgehen. Die Restaurantzeit hab ich leider verpasst da es nur bis 21 Uhr auf hat und ich um 20 Uhr angekommen bin und mich erst etwas trocknen musste. Mal schaun ob der Brandmelder losgeht wenn ich mit meinem Gaskocher Linseneintopf warm mache.&#59;)

Bin heute gute 550 km gefahren in etwas über 9 Stunden. Angehalten nur zweimal zum Tanken, einmal auf Fasanjagt und einmal notgezwungen um das Gewitter abzuwarten.

Noch eine kurze Info, das Schaffell als Sitzunterlage ist wirklich genial. Ich weiß noch wie ich letztes Jahr nach Kroatien gefahren bin und mir bereits nach 150 km der Hintern weh getan hat. Mit dem Schaffell merkt man so gut wie gar nichts. Schaut nur etwas seltsam aus.:) Ebenfalls zu empfehlen sind Kopfhörer mit Silikonummantelung, auch hier tut einem nicht nach 30 Minuten das Ohr weh, die 9 ? Investition hat sich rentiert auch wenn ich ihn glaube gerade kaputt gemacht habe, gleich mal testen ob er noch geht. Das Garmin XT Mobile auf meinem Handy und meiner über Tyre geplante Tour über Google Maps funktioniert bis jetzt auch einwandfrei.

Aufgeladen:

Tschechische Löwenzahnplantage:

Gewitter - Zwangsstop:

Mein Hotelzimmer, ist wirklich ganz nett wenn nicht alles vollgeschmissen wäre:

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Weitere Tagesetappe Polen bestanden, ja wo bin ich eigentlich?

May 25th, 2010

Habe die Nacht über echt gut geschlafen, konnte es kaum glauben wie Früh der Wecker um 8:30 Uhr klingelte. Die Sonne schien mir ins Zimmer, schon mal ein gutes Zeichen. Langsam habe ich mich fertig gemacht, so dass ich um 9 Uhr beim Frühstück war.

Gefrühstückt habe ich ordentlich, für mich gab es Weißbrot mit Wurst, Käse, Ei, zwei Tassen schwarzer Tee und zum Schluss noch einen Zott Serduszko (Sahnejoghurt).:)

Bis ich danach in meinem Zimmer aber das ganze Geraffel aufgeräumt und wieder aufs Motorrad gespannt hatte war es dann aber schon 10:30 und die Fahrt ging los. Die Klamotten waren leider noch nicht komplett trocken, so musste ich mich noch leicht feucht hineinzwängen. Nach 3 km merkte ich doch gleich das mir der Hintern weh tat, komisch, war doch gestern gar nicht so schlimm. Wah, wo ist mein Schaffell?:-/ Dieses hatte ich beim Aufladen hinten auf den Seesack geschmissen und bin wohl so losgefahren, also zurück zum Hotel. Hier lag es glücklicherweise noch auf dem Parkplatz.

Weiter ging?s, doch nun hatte mein Navi etwas gegen mich. Anweisung: ?Fahren Sie 968 km dann biegen Sie links ab!?. Super! Hab dann meine geplante Route neu geladen und es ging besser. Zuvor natürlich schön die ganze Zeit im Kreis gedreht und hörte noch aufs Navi, da ihm ja immer etwas Neues einfiel.

Wollte heute noch einmal ein Foto der Schneekoppe machen welche ich gestern bereits im Regen sehen konnte, kam heute aber irgendwie nicht mehr vorbei. Dafür lotzte mich das Navi nun über schöne kleine Sträßchen durch das Riesengebirge, wie bereits vorher am PC geplant. Doch dann war es wieder soweit, meine schöne Route ging einen matschigen unbefestigten Berg in den Wald hinein und endete an einer Schranke. Ich konnte mir nur noch dadurch helfen, meine Route, die heute ja scheinbar nichts getaugt hat, zu löschen und mich direkt zu meiner Tagesetappe Kozienice navigieren zu lassen. Hat dann soweit auch funktioniert.

Was gut war, es hat den ganzen Tag über nicht geregnet. Die Sonne kam ab und zu heraus, allerdings war es meist bewölkt und windig, was aber ok war. Die Strecke heute aber zog sich ziemlich. Teilweise wieder schöne kleine Sträßchen durch die Natur ohne jeglichen Verkehr, oder recht gut ausgebaute Straßen mit vielen LKWs aber guten Überholmöglichkeiten. Auf der Autobahn war ich auch einmal 20 km unterwegs. Mit den Geschwindigkeitsregeln hält sich hier allerdings niemand großartig auf. Normalerweise wird Innerorts durchschnittlich 80 km/h gefahren und Außerorts 120 km/h obwohl offiziell 50 km/h bzw. 90 km/h erlaubt wären, gerne auch mal mehr. Kann man aber auch echt gut fahren da die Dörfer sehr langezogen sind und meist menschenleer. Die Bundesstraßen sind dann auch recht breit und gehen meist einfach nur geradeaus. Im Straßenverkehr fühl ich mich aber bis jetzt sehr sicher obwohl ich von mehreren Leuten gewarnt wurde. Man muss einfach Rücksicht aufeinander nehmen. Wenn man sieht das gerade einer auf der Gegenseite überholt und auf deiner Spur fährt, einfach etwas nach rechts fahren damit er noch vorbei kommt.&#59;) Genauso machen langsamere Verkehrsteilnehmer auch freiwillig Platz, fahren halb auf dem Gehsteig, damit du vorbei kannst. Viele Baustellen sind auch kilometerlang wo die Straße erneuert wird, schadet bei den Schlaglöchern auch nicht. Die Autos in Polen sind meist ältere Kleinwagen, gibt aber natürlich auch Ausnahmen. Auf den großen Straßen sind alle paar Kilometer Blitzer aufgebaut, aber denke da wird nur bei Bedarf ein Film hineingelegt weil alle Polen fahren eifrig doppelt so schnell vorbei als erlaubt und bei mir hätte es jetzt auch noch nicht geblitzt.B) In Tschechien gestern waren es hauptsächlich diese Geschwindigkeitsanzeigen gewesen die überall aufgebaut waren und Autos ebenfalls wie in Polen, aber viele Skoda, ?Hausmarke? versteht sich. In Tschechien waren in vielen Dörfern auch alle paar Meter Lautsprecher angebracht, muss ich bei Gelegenheit einmal googeln was es denn damit auf sich hat.

Als die Fahrt dann endlich mal gut lief und ich auch Kilometer abspulen konnte war plötzlich Stau. Erst wollte ich noch warten aber als ich schon sah, dass die Leute aus den Autos ausstiegen, suchte ich nach einem alternativen Weg. Es gab wohl nur einen, dies war eine Sandpiste quer durch den Wald. Sah erst nicht, dass es Sand war, rechnete mit Erde und legte mich fast ab, konnte das Motorrad aber gerade noch abfangen. Irgendwann wechselte dann der Sand zu Matsch, war eine abwechslungsreiche Offroadeinlage, hatte nur etwas Angst ob die Koffer dies auch mitmachen.

Unterwegs sah ich auch einige Störche, mal schauen ob ich von ihnen noch einmal ein Bild schießen kann. Langsam näherte ich mich Kozienice und wie ich endlich um 19:30 Uhr da war wollte mir mein Navi verraten das es hier nur ein Hotel gibt welches nicht einmal existierte. Super, mir total kalt, hatte mich auf ein gemütliches Zimmer mit warmer Dusche gefreut, doch war nix. Hab dann meine Naviroute für morgen ausgepackt und habe angefangen diese zu Fahren in der Hoffnung unterwegs ein Hotel zu finden, doch hier gab es gar nichts. Langsam wurde es auch immer dunkler so schaute ich mir schon die Umgebung an, wo man evtl. ungestört wildcampen könne. Als die Sonne dann fast komplett untergegangen war musste ich meine Hotelsuche abbrechen, da mein Navi mir auch wieder nur ein Hotel in 25 km Entfernung anzeigte, was dann am Ende doch wieder nicht existiert.

Bin dann abgebogen über eine Bulldogspur zu einem kleinen Wäldchen. Hier habe ich noch rechtzeitig mit den letzten Sonnenstrahlen mein Zelt aufbauen können, keine Ahnung wo ich bin.:) Motorrad natürlich gleich in der Erde versunken und lag am Boden, jetzt muss meine Alutasse als Ständerhalter dienen, es gibt keinen einzigen Stein. Hier lieg ich nun und hoffe das mich keiner findet oder mich kein Bär frisst. Warm geworden vom Zelt Aufbauen ist mir aber. Habe gerade ein paar Nic Nacs von der Tankstelle gegessen und werde mir noch einen Müsliriegel gönnen. Wollte mir eigentlich noch meine Kartoffelsuppe warm machen aber hab keinen richtigen Hunger und Lust, satt bin ich auf alle Fälle den Müsliriegeln sei Dank. Morgen gönne ich mir mal wieder was Ordentliches.&#59;)

Bin heute 566 km gefahren und habe zweimal getankt, Pause so gut wie keine. Beim zweiten Mal wollte ich erst warten bis Reserve einspringt, bei 250 km auf der Tankuhr bin ich dann aber doch einmal eine Tankstelle angefahren. War auch gut so denn ich Kasper bin schon seit gestern auf Reserve gefahren, wär blöd gewesen ohne Sprit liegen zu bleiben.

Ich werde dann bald mal schlafen, Film schauen werde ich nicht mehr, lieber den Akku meines Netbooks schonen. Steh morgen lieber bald auf um mich schnell wieder vom Acker zu machen.

Riesengebirge:

Navi lustig: ?Biegen Sie rechts ab!??:

? nachdem ich schon von diesem Weg kam, siehe Rückspiegel:

Im Sand fast die Fliege gemacht, siehe Kampfspuren::)

Hier lieg ich nun halbwegs gemütlich und hoff das mich kein Bär auffrisst::p

Helmkamera Video zu diesem Tag: Ich empfehle den Klick auf HQ um eine bessere Videoqualität angezeigt zu bekommen. Oder macht einen Doppelklick auf das Video um es direkt auf Youtube zu schauen um so den Vollbildmodus nutzen zu können.

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Angekommen in Augustów, letzte Nacht in Polen!

May 26th, 2010

Heute Nacht hatte ich noch ein unheimliches Erlebnis. Um 3:29 hat mich ein lautes Blöcken geweckt. Habe mir erst nicht viel dabei gedacht doch das Schreien wurde immer lauter und kam immer näher. Plötzlich war das Vieh so nahe das ich es um mein Zelt laufen gehört habe und saß aufrecht im Zelt. Es waren Hufgeräusche zu hören wie bei einem Pferd. Nehme einmal an es könnte ein brünftiger Hirsch gewesen sein oder ein Elch, diese gibts ja auch in der Gegend. Raus geschaut hab ich aber lieber nicht, am Ende hätte es mich als Feind angesehen und mich angegriffen. Denke aber ehr einmal das es ein Hirsch gewesen ist, habe gestern auch erst ein Reh vertrieben als ich mein Nachtlager aufschlug.

Bin um 7:30 Uhr nach doch 8,5 h Schlaf erholt aufgewacht. Alles zusammengepackt und um 9:30 Uhr aufgebrochen, beim Zusammenpacken wurde ich einmal wieder von den häufig vorkommenden Stechmücken überfallen. Noch schnell Kette gespannt, Öl nachgefüllt und los gings. Doch mein tolles Navi hatte alle Einstellungen und Routen vergessen. Glücklicherweise hatte ich die Routen noch einmal sicherheitshalber gespeichert. Da ich aber ja schon in der eigentlichen Route war musste ich erst wieder eine Weile basteln bist es mir den Weg zeigen wollte. Und das Beste, nach ungelogen 30 Sekunden Fahrt stand am Straßenrand ein Werbeschild für ein Hotel. Eine Minute später war ich da.:'( Naja, so hätte ich ja nachts nichts erlebt.&#59;)

Bald erreichte ich den Białowieźa Nationalpark welcher der älteste Nationalpark Polens ist und direkt an der Grenze zu Weißrussland verläuft. In ihm hausen Elche, Bären, Wölfe und sogar Wisente. Diese sind natürlich nur sehr selten vertreten so das ich mir gar keine Hoffnungen vorab machte. Zu sehen bekommen habe ich allerdings einen Fuchs, viele Frösche und eine kleine Katze.:p

Die "Straßen" im Nationalpark waren Waldboden und mit hunderten von Schlaglöchern versehrt. Teilweise kam schon wieder Abenteuerstimmung auf, an einige Stellen kommt wohl nicht all zu oft jemand vorbei, musste einen verrodeten Baum von der "Straße" heben um weiterfahren zu können. Als ich mit meiner Tour durch den Park fast fertig war wollte mich mein Navi einen gesperrten Weg leiten, musste dann den Weg ein kleines bisschen abkürzen nachdem ich mich erst auf einer nicht mehr markierten Strecke verfahren hatte. Waren aber gut und gerne heute 50 km Offroad, obwohl natürlich lang nicht so beschwehrlich wie Ligurien & Co, dafür voll bepackt, bei jedem Schlagloch musste ich um meine Koffer Angst haben und auch das Gepäck mehrfach neu vertauen. Muss aber sagen, die Fahrt durch den Nationalpark hatte sich wirklich gelohnt, Natur pur, ich kam an einigen schöne Ecken Erde vorbei.

Auf dem Weg dann nach Augustów ging mir der Sprit aus so das ich auf Reserve umschalten musste. Wie schon fast selbstverständlich gab es genau ab diesem Punkt keine Tankstellen mehr obwohl vorher alle 10 km eine. Als ich dann 50 km auf Reserve gefahren bin wurde mir doch etwas mulmig und ich befragte mein Navi. Zuerst führte es mich zu keiner Tankstelle, danach in irgend so ein Kaff, hier gab es dann glücklicherweise eine Zapfsäule. Zurück auf der Straße auf der ich zuvor fuhr, 30 Sekunden gefahren, ihr könnt es euch vorstellen...:-/ Das nächste Mal fahr ich einfach eine Minute weiter wenn ich am Punkt bin an dem ich aufgeben will.:>

Kam dann auch schon ca. um 16:45 Uhr in Augustów an, ein Ort am östlichen Rand der Masurischen Seenplatte nicht weit von den Grenzen zu Russland - Kalingrad, Litauen und Weißrussland entfernt. Ein Hotel war schnell gefunden wenn hier auch das Zimmer 150 Zlotty kostet, dafür war letzte Nacht ja günstig. Zimmer wie auch das letzte Mal in Ordnung und WLAN gratis. Oben im Zimmer gleich frisch gemacht, so konnte es um 18:00 Uhr noch einmal losgehen ins Kaufland. Hier wollte ich mir etwas zu Essen organisieren, hatte noch 30 Zlotty die ausgegeben werden mussten. Habe für umgerechnet 6 ? folgendes bekommen: 500 Gramm Hackfleisch für Burger, einen Salat dessen Namen ich nicht nennen kann, eine Butter, eine ganze kleine Salami, ein Kakaogetränk, Räucherlachs und 9 Brötchen. Lebensmittel hier also etwas günstiger als in Deutschland.

Unterwegs bemerkte ich dann das mein Motorrad ölte, glücklicherweise war nur der Kettenöler losvibriert und ölte nun aus dem falschen Loch. Am Hotel angekommen gabs erst einen kleinen Kundendienst an der DR. Die Kette konnte ich schon wieder spannen, glaub der Kettensatz ist bald hinüber, auch wenns noch für einen Wheely zwischendurch gereicht hatte.:> Kettenöler wurde wieder montiert, die Schraube vom rechten Rückspiegel befestigt und eine Schraube beim Kofferträger ersetzt die es wohl hinausvibriert hatte. Das wars dann auch schon, hält bis jetzt also ganz gut.

Jetzt oben war ich "schnell" Essen zubereiten. Die Lachsbrötchen waren einwandfrei doch das "Hackfleisch", keine Ahnung was das war. Braun wurde es nicht und blieb immer rosa egal wie lang ich es auf meinem Gaskocher hier auf dem Hotelschreibtisch kochte. Naja, hab mal ein bisschen davon gegessen, lieber etwas mehr Salat. Nenne es Undefinierbares mit Pommesgewürz.:p Schmiere mir jetzt noch meine Salamibrötchen für den Tag morgen, versuche das schwarze Fleisch aus meiner Pfanne zu kratzen und werde dann noch etwas auf meinem Laptop anschaun und zeitig zu Bett gehen. Morgen versuche ich wie immer Früh heraus zu kommen da ich wenn möglich gleich bis Estland durchfahren will. Die Strecke ist dann zwar etwas weiter als geplant, dafür hätte ich dann auch einen kompletten Ruhetag auf den ich mich sehr freuen würde.

Gefahren bin ich heute etwas über 420 km. Das Wetter war sonnig, teilweise bewölkt aber meist windig. Man musste schon achten auf der Straße zu bleiben gerade wenn einem ein 40 Tonner mit über 100 Sachen entgegen kam und den Wind verstärkte. So bin ich mit dem Wetter allerdings zufrieden, hauptsache kein Gewitter.

Das versprochene Storchenbild, gab heute einige zu sehen:

Im Białowieźa Nationalpark:

Dito:

Baum im Weg:

Masurische Seenplatte:

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Litauen - Lettland - Estland - Pärnu ich bin da!

May 28th, 2010

Heute Früh um 8:30 Uhr aufgestanden, ehr ging nicht. Wieder gut gefrühstückt und Sachen gepackt. Um 10:30 Uhr stand mein Motorrad fertig gepackt vor dem Hotel Lesnik. Ich weiß auch nicht wieso ich immer mindestens 2 h brauch bis ich fertig bin, ist halt so, damit habe ich mich abgefunden.

Polen war gleich hinter sich gelassen so befuhr ich wieder ohne Grenzkontrolle Litauen. Die Straßen wurden minimal besser als in Polen, in Polen ist es mir mehrfach passiert das ich bei 120 km/h plötzlich gestanden war ohne vorher etwas zu merken so hoch waren die Bodenwellen. Auch die Häuser waren nicht mehr ganz so verkommen und die Gegend war irgendwie grüner und unberührter. Und vor Störchen hat es ebenfalls gewimmelt, auf einer Wiese hab ich gut und gern 50 Stück auf einmal gesehen. Dann wär mir so einer noch fast gegen die Rübe geflogen. Stand am Straßenrand und wollte kurz vor mir losfliegen. Und bis das Teil mal Anlauf nimmt und hoch kommt dauerts ja etwas. Ich mich gleich geduckt und nach links, war aber knapp.:D

In Litauen hab ich noch den Berg der Kreuze besucht. Warum gerade ich als "Oberheiliger" weiß ich auch nicht aber muss man scheinbar gesehen haben wenn man dort ist und auf der Strecke lag er auch. Ich sag mal, naja.:p Vielleicht ist mir aus diesem Grund das Schaffell am Auspuff an der Tankstelle angebrannt weil ich mir den Kreuzberg nicht komplett angeschaut habe?:D Sieht echt schon mitgenommen aus.

Nach Litauen kam Lettland, hier gab es sogar Grenzbeamten die aber auch nichts von mir wollten. Straßen und Gebäude wurden noch einmal besser. Was mir echt gut gefällt sind die Straßen seit Polen überhaupt. Zwei Spuren ein bisschen kleiner vielleicht als bei uns, dafür auf jeder Seite noch ein 1,5 m breiter Begrenzungsstreifen. Hier fahren langsame Fahrzeuge, laufen Leute etc. Sieht jemand das ein Schnellerer von hinten anrückt fahren gleich die anderen Autos beider Seiten auf den Begrenzungsstreifen, so dass man sauber in der Mitte überholen kann. Jeder nimmt Rücksicht auf jeden. Fänd ich auch gut für Deutschland aber das würde wohl nicht funktionieren da jeder auf seine Vorfahrt bestehen würde. Man muss aber auch aufpassen, heute hab ich einmal geschlafen und sehe gerade noch wie mir ein Sprinter direkt entgegen kommt, nicht mehr all zu weit entfernt.:-/ Durch die lettische Hauptstadt Riga kam ich auch, wirklich sehr groß und teilweise auch echt schön. Allerdings auch eine ganz schöne Kurverei. Lettland hat mir echt gut gefallen, hier konnte ich auch das erste Mal das Meer sehen. Seit Lettland war das Wetter nur noch sonnig, vorher noch bewölkt.

Nach Lettland, man glaubt es nicht, kam ich nach Estland. Wie immer Grenze offen. Estland setzte wieder einen obendrauf, super Straßen und nagelneue Autos. Bin über die Grenze gefahren im Konvoi mit einem Aston Martin, einer neuen Mercedes Benz S-Klasse und einem Lexus. Die letzten 25 km schickte mich das Navi von der gut ausgebauten Bundesstraße noch einmal über eine parallel verlaufende Erd- und Schotterpiste, hat mir zum Abschluss noch einmal gut gefallen. Und ich kam wieder genau hinter dem gleichen Auto heraus das vorher vor mir fuhr mit einem Schnitt von 120 km/h, aber auf Schotter ist die DR ja in ihrem Element.:>

Um 19:15 - halt 20:15, die Zeitverschiebung um eine Stunde hätte ich fast vergessen, kam ich an meinem Campingplatz in Pärnu (Pernau) an. Ziemlich einfach aber gibt wieder kostenlos WLAN. Strom direkt ins Zelt hab ich leider nicht aber eine Steckdose in der Nähe, hier kann ich Netbook aufladen wenn ich online bin, Akku hält ja glücklicherweise recht lange. Die vier Nächte hier kosten mich ca. 38 ? mit Strom, da kann man auch nicht meckern. Nach aufgebautem Zelt hab ich mich noch auf eine Stadtrundfahrt begeben. War kurz am Meer gewesen, echt schön. Morgen werde ich mich einmal einen Tag erholen und am Meer verbringen. Ob man rein kann weiß ich aber nicht, sooo warm ist es jetzt auch nicht aber Wettervorhersagen für morgen sind gut. Hab dann noch Geld abgehoben und bin in den Maxima, rießen Supermarkt, hier gibt es echt alles, auch ungewöhnliche Dinge wie getrockneter Fisch in der Plastikverpackung oder Octopus im Glas. Habe unter anderem ein Brot gekauft das aber schon ein bisschen hart war, aber hatte es nicht mit der Zange genommen und schon so in der Hand darum habe ich es eben eingepackt, war auch ganz billig. An der Kasse hat die Verkäuferin das Brot auf die Kasse geklopft und wollte mich wohl fragen wieso ich so hartes Brot noch kaufe. Musste voll lachen. Naja, ich glaub das ist ehr was für die Tonne, da gibts morgen was neues.:p Die Supermärkte hier haben bis 23 Uhr geöffnet was ich auch ausgenutzt habe.

Habe mir heute Lachsfilet mit Salat zubereitet, schmeckt auch mit Pommesgewürz und auf alle Fälle besser als "Undefinierbares" von gestern.:D Nur leider haben mich beim Grillen und auch jetzt die Mücken nicht mehr losgelassen, mich umkreist die ganze Zeit ein Schwarm. Ich hab es aufgegeben mich zu wehren.:-/ Mein elektrischer Muckenschreck scheint nicht zu wirken und in meiner Anti-Mücken Kerze sind die Viecher sogar im Wachs ersoffen, so schlimm kanns für sie also nicht gewesen sein.

Bin heute über 620 km gefahren, war echt weit aber mir war nicht langweilig da ich ständig neues gesehen habe und neue Eindrücke gewinnen konnte. Angehalten bin ich nur drei Mal zum Tanken, am Berg der Kreuze und einmal in Lettland, da hat mir dann echt mal der Hintern weh getan, waren dann mal 15 Minuten, die hatte ich mir verdient.&#59;) Leicht hell war es bis fast 23:30 Uhr.

Noch kurz zur Info, in Polen hab ich täglich maximal drei Motorradfahrer gesehen, in Littauen keinen Einzigen. In Lettland und Estland ist schon bedeutend mehr los. Dachte heute gibt es nicht viel zu Schreiben, ist wohl nichts geworden. Werde mich jetzt mal ins Zelt legen und noch ein bisschen was ohne Mücken auf meinem Laptop schauen.

Berg der Kreuze in Litauen:

15 min Pause in Lettland:

Das erste Meer in Lettland:

Mein Zuhause für die nächsten vier Nächte:

Strand Estland:

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